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Die Anfänge des Pornofilm bis 1965

Die Anfänge des Pornofilm Der Weg zur heutigen Form der Pornografie war lang und steinig. Nicht selten war in den letzten 100 Jahren der Besitz von Pornografie sowie das herstellen sogar gefährlich. Es standen empfindliche Strafen auf den Besitz und Verbreiten von Pornografie. Aber die Zeiten, als Männer mit hochgeschlagenen Kragen ihre Pornofilme noch in schmierigen Läden der Slums besorgen mussten sind Gott sei Dank vorbei.

In der heutigen Zeit hat sich das ehemalige Schmuddel-Genre zu eine der bestverkauften Medien entwickelt. Viele Pornostars sind auf öffentlichen Empfängen gerne gesehen und werden auch gerne als Cover-Girls abgedruckt. Hollywood-Stars haben gerne eine der Hardcore-Queens an ihrer Seite. Die Stars von heute spielen sogar Nebenrollen von ganz normalen Kinofilmen. So besetzte z.B. Don Johnsen die Porno-Queen Jenna Jamson in den 90er Jahren in zwei Folgen der Serie Nash Bridges ein.

Doch zurück zu den Anfängen des Pornofilms. In den Abschnitt Aktfotografie bin ich bereits darauf eingegangen, wie die Filme laufen lernten. Sprich, was es mit den ersten erotischen Aufnahmen auf sich hat. Hier starten wir nun mit den ersten Pornofilmen und arbeiten uns bis in die 50er Jahre vor.

Bis 1965 gab es nur Stage-Pornos

In vielen Stage-Pornos tragen die Darsteller Masken Es war ein steiniger Weg bis zum modernen Pornofilm. Dabei war es weniger die technischen Möglichkeiten, die Probleme bereiten. Es war das absolute Pornographie-Verbot, das 1926 den Pornofilm in die verrauchten Salons der Slums verbannte. Daher werden Pornofilme auch heute noch von manchen Smokers genannt. Bis 1965 handelte es sich bei den Pornofilmen um sogenannte Stage-Filme. Es waren kurze Stummfilme, die recht primitiv gedreht wurden und sogut wie keine Handlung hatte. Ein üblicher Stage war ein 16-mm-Schwarzweißfilm, der wirklich nur bewegte Bilder zeigte. Die Filme waren für gewöhnlich 10 Minuten lang. Es gingen nämlich genau 10 Minuten Film auf eine Rolle.

Bild aus einem Stage-Porno Da der Besitz und Vertrieb eines Pornofilm verboten waren, wurden die Filme von herumreisende Vorführern in den Hinterzimmern von Bars, Bordelle und teilweise auch für eine geschlossene Gesellschaft in Provinzkinos vorgeführt. Manchmal kam es auch vor, das die Pornofilme in Privathäusern für den engeren Freundeskreis vorgeführt wurden. Auf jeden Fall wurden Pornofilme nur an Orten für Eingeweihte vorgeführt, die Geheimhaltung garantierten und vor dem Zugriff der Ordnungshüter möglichst geschützt waren. Das ganze lief dann in etwa so ab: Der reisende Vorführer kam in die Stadt, wo er schon von den Männern sehnsüchtig erwartet wurde. Bezahlt wurde die Vorführung des Pornofilms in Bar. Der Vorführer hatte immer nur einen Pornofilm dabei. Es ist nämlich leichter, eine Film-Rolle zu verstecken als mehrere Rollen. Am nächsten Tag war der Vorführer mit seinem Pornofilm schon wieder verschwunden. Der einzige Ort, wo man die Stage-Pornos regelmäßig schauen konnte, waren die Bordells. Hier sollten die Filme die Kundschaft anheitzen.


Bild aus einem Stage-Porno Die Handlungsmuster der Stage-Pornos war im Prinzip immer recht ähnlich. Da war eine Frau alleine zu Hause und beginnt es sich selber zu machen. Dann kommt ein Mann hinzu und die beiden treiben es. Es gibt auch viele Filme, wo der Onkel Doktor die Frau untersucht und schwups, sind die beiden am Vögeln. Der größte Unterschied, zwischen dem Pornofilm von heute und den Stage-Pornos ist aber der Ort, wo der Mann ejakuliert. Im heutigen Pornofilm ejakuliert der Mann meist außerhalb der Frau. Er spritzt ihr ins Gesicht, Busen, Bauch oder Po. Diese wird heute so gemacht, um den Höhepunkt darzustellen. Bei den früheren Filmen galt aber bereits das einführen des Penis in die Frau als sexuelle Befriedigung. Das Abspritzen außerhalb der Frau kommt bis 1965 so gut wie nie vor. Der Mann kommt in den Stage-Pornos also in der Vagina der Frau (d.h. wenn er überhaupt gekommen ist). Die meisten Stage-Pornos wurden in der USA produziert, gefolgt von Frankreich. Besonderst in Frankreich war Genre bis Ende 1920 stark verbreitet, so das in den 20er Jahren in Frankreich die meisten Pornofilme und Sexbilder hergestellt wurden. Das Genre war in Frankreich soweit verbreitet, das die Filme sogar in Zeitschrieften wie Paris Plaisir und La Vie beworben wurden. Der erste deutsche Stage-Porno war Am Abend (1910). Hier beobachtet ein Mann eine Frau beim Masturbieren durch das Schlüsselloch. Dann betritt er das Zimmer und treibt es mit der Frau vaginal, oral und auch anal.

Der Pornofilm nach dem 2. Weltkrieg

Pin-Up-Girl auf einem US-Flieger Mit der Machtergreifung der Nazis erlebte Deutschland einen Höhepunkt der Anti-Sexualität. Alles was auch nur im entferntesten mit Sex zu tun hatte und dabei nicht den Idealen der Nazis entsprach, wurde verfolgt und vernichtet. Sogar das Institut für Sexualwissenschaft von Magnus Hirschfeld in Berlin viel den Nazis zum Opfer. Als die SA in die Räume des Institutes einbrach, konnte M. Hirschfeld gerade noch im letzten Moment, einige Kisten mit historisch Wertvollen Stage-Pornos retten und nach Argentinien zum Kinsey-Institut verschicken. Jeder andere Pornofilm wurde von den Nazis vernichtet. Aufgrund der allgegenwärtigen Gegenwart der Nazis in Deutschland, und später in den von Nazis besetzten Gebieten wurden erheblich weniger Stage-Pornos in Europa produziert als in den Zeiten davor. Aber auch, im Krieg fand man einen Hauch von Erotik. Man denke z.B. an den vielen Pinup-Girls, welche die Flugzeuge der Amerikaner zierten und an die reisenden "Erotik-Stars", welche die Soldaten im Kriegsgebiet besuchten.

Stage-Porno mit Marilyn Monroe von 1948 Auch wenn in Europa während dem Krieg keine Stage-Pornos mehr gedreht wurden, so ging das Geschäft in den USA unverblümt weiter. Bis 1965 hat sich vom Inhalt und der Art und Weise des Pornofilm so gut wie nichts geändert. Meistens trugen die Darsteller Masken, um nicht erkannt zu werden (Pornografie war ja streng verboten). Nur an den Frisuren und Kleidungsstücken kann man vermuten, aus welcher Zeit der Film stammen könnte. Der Stag-Historiker Dr. Joseph Slad fand heraus, das vor 1965 lediglich fünf Filme mit Ton gedreht worden. ( jeweils einer: 1938, 1952, 1956, 1959). Bis 1970 wurden in den USA gerade mal 2000 Stage-Pornos produziert!

Stage-Porno mit Marilyn Monroe von 1948 Ein Stage-Film sorgte aber für besonderes Aufsehen, den ich hier nicht unerwähnt lassen will. Es handelt sich um einen 16-mm-Schwarzweißfilm von ca. 7 Minuten Länge, wo Marilyn Monroe, das bekannte Sexsymbol, beim vögeln zu sehen ist. Dieser Film wurde 1980 von einem schwedischen Pornografen gefunden und veröffentlicht. Das dieser Stage-Porno für besonderes aufsehen in der Presse und sogar beim FBI hervorgerufen hat, braucht sicherlich nicht extra erwähnt werden. Ob in diesem Stage-Porno aber nun wirlich Marilyn Monroe beim Sex zu sehen ist, oder ob es sich um das Playmate Arline Hunter (Playmate Aug. 1954) handelt, ist nicht zu 100% geklärt. Aber es sieht stark danach aus, als dass es wirklich Marilyn Monroe ist, die es in diesem kurzen Pornofilm mit ihren Lover treibt.